Final Destination 3
Die Schichten lösen sich auf, die Reihe steuert ihrem eindimensionalen Ende entgegen. Nach diesem Zwischending aus Kinofilm und DTV-Sequel (das es dann doch in die Kinos gebracht hat) bleibt zu hoffen, dass es bei der Trilogie bleibt. Denn vor meinem geistigen Auge sehe ich zunächst sieben, acht billig gedrehte Fortsetzungen für die Videothek und dann eine Ablösung der "Happy Tree Friends" durch kleine "Final Destination"-Häppchen als Wartezeit auf die nächste South Park-Episode bei MTV. Kurz: Mit der zweiten Fortsetzung hat sich das einstmals so innovative Konzept endgültig auf kreative Todesarten eingeschossen. Keine fiesen Hintertürchen, keine doppelten Böden und schon mal gar keine Schauspieler, die auch tatsächlich schauspielern. Nein, "FD3" ergötzt sich an plakativ aneinandergereihten Fingerzeigen des unsichtbaren Todes, der gerne mehr knackige Gesellschaft in seinem Höllenreich um sich wissen will.
Immerhin zünden die Anti-Hitchcock-Momentshots als Splattereinlagen so gut wie eh und je, so dass immerhin kurzweilige Abendunterhaltung garantiert ist; zu mehr reicht es aber nicht. Bitte lasst es gut sein.
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Das Reich der Sonne
Eine interessante Perspektive, die Steven Spielberg in einem seiner relativ frühen Werke auf das Shanghai des Jahres 1941 wirft.
Die Sicht auf den Angriff der Japaner ist neutral, weil aus dem Sichtfeld eines naiven Jungen einer britischen Adelsfamilie erzählt. Das kommt den Geschehnissen zugute, denn neue Charakter bleiben zwielichtig und Spielberg gerät niemals in Gefahr, Partei zu ergreifen.
Christian Bale ist als junger Kerl kaum wiederzuerkennen - schwer vorstellbar, dass das der Knirps sein soll, der später unter anderem dem dunklen Rächer von Gotham sein Gesicht lieh. Doch schon in jungen Jahren spielt er großartig. Zu schade, dass ihm das Drehbuch eine nur bedingt sympathische, vor allem aber oft merkwürdig irrational handelnde Figur, selbst unter diesen außergewöhnlichen Umständen, auf den Leib schrieb. Das ist der größte Kritikpunkt, den man "Empire of the Sun" machen kann, denn er ist Fix- und Angelpunkt des kompletten, zweieinhalb stundenlangen Films.
Ansonsten erschafft Spielberg wunderschöne Bilder von hellem, fast romantischem Verve, und einen Spannungsbogen, der trotz der bedächtigen Erzählweise fast immer Interesse erzeugt.
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Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen
Ich denke, da gibt es gar nicht viel zu erklären: Sasha Baron Cohens Humor im Allgemeinen und der seiner Kunstfigur "Borat" im Speziellen dürfte im höchsten Maße vom persönlichen Geschmack des Einzelnen abhängen. Dass Komödie ohnehin für eher kleine Zielgruppen gemacht ist, dürfte allgemein bekannt sein; dass Cohen dann einen derart bombastischen Erfolg feiern konnte, war so nicht abzusehen.
Nun bin ich auch ein extrem unpolitischer Mensch, was aber nicht heißt, dass ich mich nicht etwa bei "Team America" königlich amüsieren konnte, teilweise auch bei "Bowling for Columbine" aufgrund seiner gewollten, zum Teil auch unfreiwilligen, bizarren Komik.
Der Humor von "Borat" ist eigenwillig und zäh, er will gleichermaßen flach wie ein Teller und doch gesellschaftskritisch wie eine seriöse Dokumentation sein. Die Grenzen vermischen sich ständig, ergeben aber nur selten ein zusammenpassendes Ganzes. Der Antrieb der Handlung ist in Form von Pamela Anderson zunächst ein passendes Stück im Getriebe, da man Frau Anderson inzwischen in ikonischer Funktion als Abbild des anzustrebenden "American Dream" begreifen kann. Doch die Art, wie dieses Streben nach einem höheren Ziel geschieht, unterschiedet sich nicht sonderlich von der Motivation eines "Bud & Doyle", in ein Biotop zu ziehen und dort Unsinn zu stiften.
"Borat" ist im fast unerträglichen Maße provokativ und vielleicht trotzdem ein wichtiges Zeitdokument. Für mich bleibt es jedoch bemüht komisch, mit etwas zu vielen Ausrutschern unter die Gürtellinie und einem asynchronen Gesamtbild.