Arlington Road

Psychothriller, der mit seiner gnadenlosen Intensität immer wieder aufs Neue total auf die Substanz geht.
Alarm im Weltall

Klassiker des SF-Films, der mit seiner überragenden Ausstattung das Genre maßgeblich beeinflusst hat. Höchst atmosphärisch, gut gespielt, zum Niederknien bebildert. Nur der Erzählfluss bewegt sich etwas zu langsam fort und die Liebeleien mit der naiven Tochter sind in dem Ausmaß auch nur schwer logisch nachzuvollziehen.
Glengarry Glen Ross

Charakterstudie aus der Vertreterbranche, das weniger durch inhaltliche Substanz als vielmehr durch die überragende Darstellergarde auftrumpft. Jack Lemmon ist hier nicht weniger als genial, Al Pacino steht dem kaum in etwas nach und Daniel Baldwin hat einen denkwürdigen Kurzauftritt. In weiteren Rollen Kevin Spacey, Ed Harris und Alan Arkin.
Am Ende geht mir der Film aber nicht tief genug in die schwierige Branche hinein und versäumt es, deren Tücken besser herauszustellen.
Die Blinde Bestie

Puh, schwierig einzuschätzen. Ein Film, der viele Sinne bewusst ausspart, komplett minimalistisch arbeitet, um sich auf den Tastsinn zu fokussieren. Ein schwieriges Unterfangen, das Yasuzo Masumura aber ziemlich geschickt umsetzt. Spärliche Beleuchtung, dreidimensionale Kulissen aus Nasen, Mündern, Brüsten und Händen und eine riesige Skulptur eines Frauenkörpers in der Mitte des Raumes, der den zentralen Handlungsrahmen bildet - darin ein blinder Künstler, der eine Frau entführt hat, um mit ihrer Hilfe sein Meisterwerk zu errichten. Ein psychologisch nicht immer ausgereifter Film, der aber am Ende seine Karten voll ausspielt und zu einem ziemlich krassen Finale ausholt.
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JFK - Tatort Dallas

Oliver Stone, wie man ihn eben kennt - die vorgegebene Wahrheit und den US-amerikanischen Regierungsapparat hinterfragend, Theorien strickend und seine eigene Interpretation ohne Rücksicht auf Verluste in den Raum werfend. In stolzen 198 Minuten rollt der Film den als abgeschlossen geltenden Fall JFK nochmals auf und zweifelt mit Beharrlichkeit am Ablauf der Tat. Die wird aus jeder erdenklichen Perspektive nochmals rekapituliert, zwischen Dialoge werden Originalaufnahmen eingeblendet, das von Stone gedrehte Material dient als Zugang hinter die Kulissen und entwirft eine ganz neue Perspektive auf den Fall. Insgesamt wirkt das auf Dauer ein wenig zu linear, bis Kevin Costners Figur plötzlich vor dem Gericht steht und ein Plädoyer hält, aber trotz der immensen Laufzeit wird es nicht langweilig. Was nicht zuletzt auch der Garde an hochwertigen Schauspielern zu verdanken ist - Kevin Costner, Kevin Bacon, Tommy Lee Jones, Jack Lemmon, Walther Matthau, Joe Pesci, John Candy, Donald Sutherland und und und.
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