StS schrieb@ Vince: Was mir an "Control" weniger gut gefiel, das war die imo unpassende Action, die nicht hätte sein müssen...
Stimmt, das passte auch nicht...
Crank
Das Konzept ist ja nicht neu; wir haben es in "D.O.A. - Bei Anruf Mord", gesehen, in "Escape from L.A." und sogar Statham selbst hat es schon durchgemacht in "Transporter 2" (wenn ich mich jetzt recht erinnere...). Aber es ist ein einziger Adrenalintrip, von dem ich behaupte, dass man schon generelle Vorbehalte gegen schnellschnittige Filme und Overstyle haben muss, um ihn nicht zu mögen. Denn von der reinen Umsetzung her ist dies die absolute Inkarnation der perfekten Droge für den Actionjunkie des neuen Jahrtausends.
Der Reiz liegt in der situativen Verknüpfung der Handlung; in jeder Sekunde kann sich die Sachlage komplett auf den Kopf stellen. So durchlebt man das Geschehen wie eine einzige zusammenhängende Situation, die keine Atempause zulässt. Die Identifikation mit dem Hauptdarsteller ist perfekt; nicht nur durch Gimmicks wie Egoperspektive oder verschwommenes Sichtfeld, nein, am Ende steht man selbst vor dem K.O. und nimmt die Welt wie durch einen Schleier wahr. Wie die titelgebende Kurbel dreht und quetscht sich alles zusammen bis zum Ultima. Keine Exposition, kein Epilog. Nur das Wichtigste. Die definitive Entsprechung eines aktiven Seherlebnisses.
Der Humor ist streckenweise punktgenau, wird über absurde Situationskomik ebenso mitgetragen wie über geschriebene Gags oder einfach nur das Einspielen des Soundtracks, der so gut wie immer eine ironische Komponente mitträgt ("Kill all the White Man", "Achy Breaky Heart", "It Don't Stop"... das spricht Bände). Manchmal geht es dann aber doch zu weit und wird bisweilen geschmacklos.
Doch die Konsequenz bewahrt sich dieser Vorschlaghammer bis zum bitteren Ende, und so kann ich nur mutmaßen: So muss es sich in einem Schraubstock gefangen anfühlen.
Was das Herz begehrt
Im Gegensatz zu "About Schmidt" darf Nicholson sich selbst spielen und dreht dementsprechend voll auf. Hat Herzattacken, läuft mit nacktem Arsch durchs Krankenhaus, grinst, sprüht seinen Charme, beleidigt die Leute, ohne es zu wissen. Wunderbar. Diane Keaton muss dieser Omnipräsenz Paroli bieten, was eigentlich eine unmögliche Sache ist, aber sie beißt sich fest wie ein Pitbull. Es ist keine überraschende Romantikkomödie, aber eine frische, die eben bis zum obligatorischen Ende nicht immer die gleichen Szenarien vorzuweisen hat.
,5
The Fog (Remake)
Gnuaaaäääääääähhhhh ( :arrow: Gähngeräusch)
Der mit meilenweitem Abstand langweiligste "Horror"streifen, den ich in den letzten Jahren ertragen musste. Alles strotzt geradezu vor Belanglosigkeit und es ist nicht einmal die Neubebilderung eines alten Stoffes, was ja sonst bei mir schon immer für gewisse Skepsis sorgt, es ist eine endlose Harmlosigkeit und das Versagen darin, die Grundidee frisch aufzubereiten, um Carpenters Original zu übertrumpfen - was ja nicht unmöglich gewesen wäre. Ich denke, das größte Problem war es, dass der Nebel subtilen, atmosphärischen Horror forderte und die Beteiligten offenbar eher für das Slasherprinzip geeignet gewesen wären, mit plumpen Schocks und Teeniegekreische. Aber so geht das bei diesem Stoff nicht.